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Schmied für neue Lehrerausbildung und höheres Grundgehalt
Utl.: "Schade, dass es in der ÖVP nicht mehr Menschen mit Salchers Ansichten gibt" =

Wien (SK) Andreas Salchers Buch "Der talentierte Schüler und seine Feinde" war Dienstagabend Thema einer BSA-Diskussion, bei der Bildungsministerin Claudia Schmied betonte, dass die noch vor Sommer gesetzlich umgesetzten kleineren Klassen eine "zentrale Grundlage für die Förderung individueller Talente" seien. Für eine neue, gemeinsame Lehrerausbildung gelte es, dass derzeitige "Mondfenster" eines "entwicklungsoffenen Systems" zu nutzen, so Schmied, die bekräftigte, dass die Neue Mittelschule (NMS) bereits an 65 Standorten Realität sei – ganze 40 Prozent davon hätten "AHS-Reife". Beim Dienstrecht plädierte die Bildungsministerin für ein "gutes, höheres Grundgehalt" - verbunden mit "All-in-Varianten". ****

Grundsätzlich sei es ihr erklärtes Ziel, eine stärkere "Output-Steuerung" an Österreichs Schulen zu verankern –besonders wichtig seien hier die Bildungsstandards, die bereits an 150 Schulen getestet werden, unterstrich Schmied. Die Bildungsstandards seien ein "Meilenstein und ein Paradigmenwechsel" und alles in allem ein "richtiger Schritt hin zu mehr Qualitätssicherung", befand Schmied, die zusammen mit Andreas Salcher (Buchautor und Mitbegründer der Wiener Sir Karl Popper-Schule) und AHS-Direktorin Eva Mersits(Vorsitzende der Sozialdemokratischen Lehrerinnen und Lehrer an Allgemeinbildenden Höheren Schulen im BSA) an der vom Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) initiierten Veranstaltung teilnahm.

Zwtl.: Mitspracherecht für Direktoren bei Lehrerbestellung

Um im Bildungssystem zu notwendigen Veränderungen zu kommen, müsste gleichzeitig an mehreren Schrauben gedreht werden. So sei es etwa "ideal, die neue Lehrerausbildung jetzt anzugehen", erklärte Schmied mit Blick auf die Umstellung des Universitätssystems auf die Bologna-Architektur. Ganz zentral sei weiters die Frage von Verantwortung und Kompetenz, so Schmied, die den Direktoren ein Mitspracherecht bei der Bestellung von Lehrern einräumen will. Wichtig sei aber auch die Forcierung "gelebter Schulpartnerschaft" nach dem Motto "Kunst macht Schule" – auch hier liege man gut in der Umsetzungsphase, bekräftigte die Bildungsministerin. Was es weiters brauche, sei ein Mehr an Zuversicht, denn: "Schule muss wieder Freude machen", so Schmieds Wunsch. Um die "Bestgeeigneten" für den Lehrerberuf zu gewinnen, bedürfe es eines Aufnahmeverfahrens, so Schmied, die sich weiters für die Verankerung einer "wertschätzenden Feedback-Kultur" an den Schulen aussprach.

Zwtl.: Schade, dass es in der ÖVP nicht mehr Menschen mit Salchers Ansichten gibt

"Froh" zeigte sich die Bildungsministerin darüber, dass es Andreas Salchers Buch gibt. Würde darin vom ehemaligen ÖVP-Landespolitiker doch eine Vielzahl von Problemen richtig benannt (z.B. zu frühe Selektion, unzureichende individuelle Förderung), so Schmied, die klarmachte: "Es tut mir leid, dass es beim Koalitionspartner ÖVP nicht mehr Menschen mit Ihren Ansichten gibt". Andreas Salcher selbst zeigte sich "sehr froh darüber, dass es mit Claudia Schmied jetzt eine Ministerin gibt, die den Mut hat, die Dinge objektiv und neu anzugehen. Denn das braucht unser Schulsystem dringend".

Ausbildungsgarantie

Ausbildungsgarantie wird umgesetzt – 1,2 Mrd. für Lehrlingspaket

Bundeskanzler Gusenbauer stellt das neue Lehrlingspaket vor. Damit wird garantiert, dass jeder Jugendliche eine Ausbildung abschließen kann.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat am Donnerstag gemeinsam mit Vizekanzler Wilhelm Molterer das neue Gesamtpaket für die Reform der Lehrlingsförderung und zur Fachkräfteausbildung präsentiert. Am Donnerstag Vormittag hat man sich bei der Regierungsklausur mit den Sozialpartnern auf einen konkreten Plan zur Umsetzung der Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen geeinigt. Kernpunkt dabei: Jugendliche, die weder in der Schule sind noch einen betrieblichen Lehrplatz haben, bekommen eine vollwertige Ausbildung in einer Einrichtung, die ihnen auch einen vollwertigen Abschluss ermöglicht. Weiters hat sich die Regierung auf eine Reform des Blum-Bonus geeinigt.

Bis 2010 werden insgesamt 1,2 Milliarden Euro für dieses Ausbildungs- und Fachkräftepaket eingesetzt, so der Bundeskanzler. Zahlenmäßig soll es heuer 12.500, im kommenden Jahr 15.000 und im Jahr 2010 17.000 Plätze in der überbetrieblichen Ausbildung geben.

Neue Basisförderung und neuer Blum-Bonus

Die Basisförderung für Lehrstellen (bisher 1.000 Euro pro Jahr) soll in Zukunft von der Höhe der Lehrlingsentschädigung abhängen. Im ersten Jahr gibt es das Dreifache der Lehrlingsentschädigung, im zweiten das Zweifache und im dritten und vierten Lehrjahr das Einfache als Basisförderung.

Neben dieser Basisförderung gibt es einen Blum-Bonus II, der unter anderem gewährt wird, wenn neu gegründete Unternehmen binnen fünf Jahren Lehrlinge aufnehmen, wenn Unternehmen das erste Mal Lehrlinge ausbilden oder wenn Unternehmen zumindest drei Jahre lang nicht ausgebildet haben und wieder Lehrlinge aufnehmen.

Das wird ergänzt durch eine Qualitätsförderung über einen Bonus, der u.a. an folgende Kriterien geknüpft sein wird: Weiterbildung der Ausbildner, besonders erfolgreiche Lehrabschlussprüfungen, Zusatzausbildung von Lehrlingen etc.

Qualifikationsoffensive für Fachkräfte geht weiter
Bei der Schulung von Fachkräften hat sich die Regierung auf eine kräftige Aufstockung des Angebots verständigt. Heuer im März bei der ersten Regierungsklausur wurde ja beschlossen, dass zusätzliche 10.000 Personen zu Facharbeitern hochgeschult werden, heute hat man beschlossen, dass bis 2010 weitere 10.000 Arbeitssuchende zu Fachkräften ausgebildet werden. Dafür werden in Summe 120 Millionen Euro eingesetzt.

"Ein Quantensprung in der Ausbildung"
"Es gibt mehr Chancen für die Jugend, zugleich ist das Paket ein positives Signal für die Wirtschaft", fasste Gusenbauer zusammen. Damit beuge die Bundesregierung dem Fachkräftemangel vor, zugleich werde die "materielle Grundlage für gesunde Staatsfinanzen und gute Einkommen gelegt", so Gusenbauer. Er zeigte sich sowohl mit der Art, wie dieses Paket zustande gekommen ist – unter Einbindung aller Beteiligten wurde ein Konsens erzielt - als auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden – "ein Quantensprung in der Ausbildung". Diese Garantie für eine vollwertige Ausbildung sei auch für die Eltern ein ermutigendes Zeichen.

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