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bildung

Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber ist, das ist vom Übel.

 

Schmied/Kultur/Bildung/Integration

Schmied: Erfolg in der Bildung eng verknüpft mit Erfolg in der Integration =
Utl.: Unterrichtsministerin stellt neue Abteilung für Migration, Interkulturellen Dialog und Sprachenpolitik vor =

Wien (SK) Der Erfolg in der Bildung wir auch in hohem Maße vom Erfolg in der Integration abhängig sein", betonte Bildungs- und Kulturministerin Claudia Schmied am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs zum Thema "Integration funktioniert – Förderung innovativer Integrationsprojekte im europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs" in der brunnen.passage in Wien Ottakring. In dem Maße, wie Elternarbeit - etwa durch prekäre Dienstverhältnisse, schwierige soziale Situationen und Betreuung der Kinder durch nur einen Elternteil - oft zu kurz komme, "wird Schule immer mehr zum Ort der Geborgenheit", unterstrich Schmied. Integration bekomme in den Schulen einen immer wichtigeren Stellenwert, sie habe deshalb in ihrem Ministerium eine neue Abteilung für Migration, Interkultureller Dialog und Sprachenpolitik geschaffen, um auch im Bildungsbereich "Maßnahmen zur Integration entschieden einzubringen". ****

"Zum ersten ist es uns darum gegangen, innerhalb meines Ministeriums eine kritische Größe zu schaffen", bemerkte die Ministerin. Zum zweiten gehe es darum, bereits vorhandene Projekte zu bündeln, durch die Bündelung erwarte sie sich bessere Betreuung von bestehenden Initiativen. Mit Rüdiger Teutsch sei es gelungen, einen Experten für die Leitung der Abteilung zu gewinnen, der von außen komme und daher einen klaren Blick für Prioritäten habe. Die Abteilung wird mit 2. Mai ihre Arbeit aufnehmen.

Schmied hielt fest, dass es ihr auch ein Anliegen sei, wieder mehr in den muttersprachlichen Unterricht zu investieren. Vor allem Kinder und Jugendliche der zweiten Generation hätten oft Sprachschwierigkeiten, da sie auch in ihrer Muttersprache nicht sattelfest seien. Dies hätten die Ergebnisse von PISA und PIRLS ergeben, sie habe deshalb Bildungsexperten damit beauftragt, "hier noch weiter in die Tiefe zu gehen". Es sei auch einer der ersten Aufträge an die neue Abteilung, ein Maßnahmenpaket zu muttersprachlicher Förderung zu erarbeiten.

Zum Jahr des Interkulturellen Dialogs der Europäischen Union bemerkte Schmied, dass unter dem Motto "Miteinander reden, Miteinander leben", das Thema Integration wieder "auf die Bühne geholt wird", in dem Bewusstsein, dass gezielte Öffentlichkeitsarbeit auch zu weiteren Schritten in der Gesellschaft führen könne. Vom Ministerium werden 200 Projekte gefördert, die sich dem interkulturellen Dialog widmen. Es werde mit Organisationen konkret zusammengearbeitet; als Beispiel für ein Projekt nannte Schmied das Kunstprojekt "living books". (Schluss) sw

Reformen

Schmied präsentiert Neuerungen zum Schulanfang: In 98 Prozent der Pflichtschulen nicht mehr als 25 SchülerInnen
Utl.: Vorhaben für Herbst: Regelung zu schulautonomen Tagen, Nachprüfungen und BIFIE-Gründung =

Wien (SK) "Was ist neu zum Schulanfang?" – Bildungsministerin Claudia Schmied präsentierte heute in einem Pressegespräch die Neuerungen, die mit Schulanfang am 3. bzw. 10. September wirksam werden. Schmied nannte drei zentrale Projekte: Die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf den Richtwert 25, die Aufstockung der Tagesbetreuung um 40 Prozent und die Anhebung der Schülerbeihilfe. Beim "Projekt 25" konnte Schmied informieren, dass in 99,8 Prozent der ersten Klassen Pflichtschulen die 25 "punktgenau" erreicht werden. In den ersten Klassen AHS sind dies aus räumlichen Gründen 35 Prozent, allerdings gehören auch dort Klassen mit mehr als 30 SchülerInnen (2006: 19 Prozent) ab Herbst der Vergangenheit an. ****

"Die Bildung der Kinder entscheidend zu verbessern", sei ihr großes Ziel, betonte Schmied. Gute Bildung und Ausbildung steigere die Beschäftigungschancen der jungen Menschen. "In diesem Sinn ist Bildungspolitik Gesellschaftspolitik, aber auch Wirtschaftspolitik", so die Ministerin. Die Regierung stelle deshalb 200 Millionen Euro im Budget zusätzlich für besondere Bildungsmaßnahmen zur Verfügung.

Das zentrale Projekt, das damit finanziert werde, ist die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf den Richtwert 25, die nun im Herbst wirksam wird. Zum Vergleich: 2006/07 saßen noch in über 20 Prozent der ersten Klassen Pflichtschule (Volksschule und Hauptschule) mehr als 25 Kinder, ab Herbst gibt es das nur mehr in 0,2 Prozent. In den ersten Klassen AHS wird in 35 Prozent der ersten Klassen der Richtwert 25 erreicht; die Zeit der Massenklassen ist aber vorbei. Gab es 2006 noch fast 20 Prozent Klassen mit mehr als 30 SchülerInnen, ist es ab heuer nur mehr ein Prozent.

"Kleinere Klassen bedeuten mehr Zuwendung für die SchülerInnen. Der Lernerfolg hat auch davon ab, wie gut die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist, und dies hängt ab von der Klassengröße, aber auch vom Umgang, der Didaktik, der Sozialkompetenz der Lehrer", so Schmied. Man habe das "Projekt 25" deshalb auch mit didaktischen Maßnahmen gekoppelt.

Parallel dazu werden ab Herbst auch die Teilungszahlen im Sprachunterricht gesenkt. 2006 hatten über der Häfte der Fremdsprachengruppen in der AHS noch mehr als 24 SchülerInnen, solche große Gruppen gibt es nun gar nicht mehr. Und "als Reaktion auf PISA und die hohen Drop-Out-Quoten in der 9.Schulstufe" werden in der 9. Schulstufe in BHS, BMS, ORG und AHS-Langform die Klassen im Deutschunterricht ab 30 SchülerInnen geteilt. "Mehr als die Hälfte aller Klassen profitiert von dieser Maßnahme, in den HTL sogar 62 Prozent der Klassen", so Schmied.

Zwtl.: 27.000 Plätze mehr für Nachmittagsbetreuung

Zweite wesentliche Neuerung zum Schulstart ist die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung; diese wird um 95.000 Plätze (+ 40 Prozent) aufgestockt. Außerdem wird es eine Qualitätsoffensive für die Nachmittagsbetreuung geben. Insgesamt haben alle diese Maßnahmen auch einen beschäftigungspolitischen Effekt, betonte die Ministerin, denn damit können 1.500 mehr LehrerInnen beschäftigt werden.

Als dritte wesentliche Neuerung nannte Schmied die Anhebung der Schülerbeihilfe, die 1971 von der Kreisky-Regierung für sozial schwache, begabte SchüleriInnen eingeführt, aber seit 1999 nicht mehr valorisiert wurde. Schüler- und Heimbeihilfe wird um 13 Prozent erhöht, der Bezieherkreis um 10 Prozent ausgeweitet. Derzeit erhalten rund 30.000 SchülerInnen die Beihilfe.

Zwtl.: Schulautonome Tage: Bund wird zwei zentral festlegen

Schmied gab in der Pressekonferenz aber auch einen Ausblick auf anstehende Gesetzesvorhaben. Mit heutigem Tag ist das Schulzeitgesetz in Begutachtung; damit kommt man den Wünschen der Eltern nach, die die schulautonomen Tage zentral geregelt haben wollten. Ausgehend vom akkordierten Lösungsvorschlag der Sozialpartner sollen nun zwei der vier (Pflichtschulen) bzw. fünf (AHS, wenn 5- Tage-Woche) autonomen Tage zentral vom Ministerium festgelegt werden, der Rest bleibt in der Schulautonomie. Nichts ändern wird sich für AHS als 6-Tage-Woche und für Oberstufenformen. In Begutachtung geht auch eine Novelle des Schulunterrichtsgesetzes. Demnach werden die Nachprüfungen am Montag und Dienstag der 1. Schulwoche stattfinden, der Unterrichtsbeginn darf dadurch nicht eingeschränkt werden.

Besonders wichtig ist Schmied die Gründung des BIFIE, die ebenfalls schon Begutachtung ist. Das "Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung" soll mit 1.1.2008 starten und hat u.a. die Implementierung von Bildungsstandards oder die Abwicklung von Studien zum Auftrag. Erste große Aufgabe des BIFIE wird die erstmalige Erstellung eines "Nationalen Bildungsberichts" sein, den sich Schmied für Ende 2008 wünscht. Alle genannten Gesetzesentwürfe seien mit der ÖVP durchdiskutiert; Schmied geht davon aus, dass sie bis Jahresende beschlossen werden.

Angesprochen auf die Modellregionen berichtete Schmied, dass die Vorbereitungen in Plan seien. Sie wolle im Herbst 2008 mit wenigstens vier Regionen starten; auch Wien wolle sich in den nächsten Wochen entscheiden; dort könne man sich vorstellen, dass ein Bezirk Modellregion wird, berichtete Schmied. Wichtig sei ihr die gründliche Vorbereitung; die Arbeitsgruppe unter Bernd Schilcher arbeite bereits und die nächste große Diskussion mit den Schulpartnern ist für 13. Dezember angesetzt, informierte die Ministerin.

Die diversen bildungspolitischen Vorschläge der ÖVP der letzten Woche wollte Schmied auf Nachfrage nicht im Detail kommentieren; sie warte auf die koordinierten Vorschläge aus der Perspektivengruppe – "und dann freu ich mich auf eine tiefergehende Diskussion". Ihr Zugang sei, alles gut vorzubereiten, mit den Betroffenen zu reden, die Finanzierung mit dem Finanzminister zu klären und dann Entscheidungen zügig umzusetzen, so Schmied abschließend. (Schluss) ah

Neue Mittelschule

Neue Mittelschule 1 – Schmied will "hoch attraktives öffentliches Schulangebot"
Utl: Gemeinsame Schule soll "Leistungsschule" sein =

Wien (SK) Sechs Bundesländer - Burgenland, Niederösterreich, Kärnten, Salzburg, Steiermark und Wien - werden Projekte für Modellregionen zur "Neuen Mittelschule" einreichen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Unterrichtsministerin Claudia Schmied mit den Landeshauptleuten Gabi Burgstaller, Hans Niessl, Franz Voves, Vizebürgermeisterin Grete Laska und dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider sowie Bernd Schilcher, Leiter der Expertenkommission zur Schulreform, wurden die Kriterien, Ziele und konkrete Regionen für diese "Neue Mittelschule" präsentiert. Die ersten Modellregionen werden im September 2008 starten. Die Neue Mittelschule als gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen soll "eine Leistungsschule sein, wo ganz stark auf Begabungen und Talente eingegangen, aber auch achtsam mit Benachteiligungen und Schwächen umgegangen wird", so Schmied. Schmied will "ein hochattraktives öffentliches Schulangebot für die Eltern".****

"Der Bildungsreformzug hat den 'Hauptbahnhof' Minoritenplatz verlassen", so Schmied einleitend. Das Projekt Neue Mittelschule sei "das zentrale Schulentwicklungsprojekt der Regierung". Die Projekte der Bundesländer werden nun von einem Projektteam im Ministerium geprüft; es soll "keine Ho-Ruck-Aktion" geben. Bis Jahresende sollen durch die Projektgruppe des Unterrichtsministeriums die einzelnen Modelle bewertet und die Kosten konkretisiert werden.

Die Finanzierung der Vorbereitungsphase sei durch das Bildungsministerium gesichert, für die Realisierung der Modellregionen ab 2008/2009 sei man bereits beim Budget 2009 und den folgenden; die Modellregionen werden deshalb ein wesentlicher Punkt der nächsten Budgetverhandlungen sein, kündigte Schmied an. Die Finanzierung sollte aus den steuerlichen Mehreinnahmen durch die gute Wirtschaftslage kommen. Kommenden Herbst wird dann ein weiterer Schulgipfel stattfinden. Schmied will über "jeden Schritt des Projektes genau informieren; Transparenz ist der beste Weg gegen Verunsicherung".

Schmied dankte den Landeshauptleuten für ihre Unterstützung, "sie sind bei der Schulreform meine Partner". Auch in Niederösterreich würden konkrete Projekte entwickelt, und auch mit den Landeshauptleuten Pühringer und Van Staa gebe es enge Kooperation, betonte Schmied. Volle Unterstützung für das Projekt gebe es auch von den Sozialpartnern wie der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer, der AK. Das sei beim gestrigen Schulgipfel deutlich geworden, so Schmied. "Viel mehr kann man sich zu Beginn einer solchen Reform nicht wünschen."

Die Ministerin will auch in enger Abstimmung mit dem Koalitionspartner arbeiten; die eingesetzte Expertenkommission unter Bernd Schilcher richte sich auch nach dem Regierungsprogramm. Für eine flächendeckende Umsetzung in einem Bundesland – "was mein Ziel ist", so Schmied - brauche es allerdings die Zustimmung des Koalitionspartners. "Jetzt arbeiten wir einmal entlang des Regierungsprogrammes." Sie, so Schmied, hoffe jedenfalls, dass die Zustimmung zu dieser Neuen Mittelschule immer größer wird. Auch das gestrige Gespräch mit der Lehrergewerkschaft sei sehr positiv gelaufen; wiewohl es noch Widerstände der AHS-Lehrergewerkschaft gibt, "was aber zu erwarten war", so die Ministerin. (Schluss) ah

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